Freitag, 20. April 2018

[#WritingFriday] Von schwangeren Gläubigen, einem magischen Telefonat und einem Mann ohne Hand

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Von schwangeren Gläubigen, einem magischen Telefonat und einem Mann ohne Hand


Fortsetzung der Geschichte "Von Rennschnecken und schwangeren Gläubigen" und die #Writing-Friday-Aufgabe "Eine Frau verwählt sich und landet bei einem fremden Mann. Unerwartet beenden sie das Gespräch aber mit einer Verabredung. Schreibe das Telefonat dazu auf."


Fassunglos hörte Marlene Lukas' Geständnis zu. Er war sterilisiert, konnte nach medizinischem Stand gar keine Kinder zeugen und hatte ihr es jahrelang verschwiegen, sie Monat für Monat hoffen lassen, schwanger zu werden. Alles, weil er zu feige war, die Lüge aufzulösen. Und je länger es andauerte, umso schwieriger sei es gewesen. Hatte er überhaupt eine Ahnung, in welchen Schmerz er sie dadurch stürzte? In einen Schmerz, der unnötig gewesen wäre. Ihr Glaube war ihr eine Hilfe gewesen, um ihren Frieden mit dem Schmerz zu machen. Ein Schmerz, an dem Lukas' Schweigen Schuld gewesen war.
Als Lukas fertig war mit seiner Beichte, sah er voller Angst zu Marlene, aber gleichzeitig fühlte er, dass eine große Last von seiner Seele purzelte.
Marlene hingegen war noch immer wie betäubt. Von dem ganz großen Glücksgefühl fiel sie innerhalb weniger Minuten in eine Enttäuschung, von der sie nicht geglaubt hatte, dass es sie überhaupt geben könnte. "Lass mich allein", brachte sie tonlos hervor. Lukas machte einen halben Schritt auf sie zu, aber ein Blick auf ihre Miene brachte ihn zu der Überzeugung, es sei besser, sich zu trollen. "Bin bei den Schneckis", murmelte er. Ja, natürlich, sein Schneckenzimmer, da war er sowieso stundenlang und da konnte er, wenn es nach Marlene ging, erstmal bleiben. Die Schneckis waren für ihn wie seine Babys - und nun würde er mit Marlene zusammen ein Baby haben.
"Oh mein Gott, was soll ich tun?" Marlene ließ sich auf das Sofa sinken. Das Telefon klingelte und am Display sah Marlene, dass es ihre Freundin Lucy war. Gut, ein bisschen Ablenkung würde ihr nicht schaden. Ob sie schon bereit war, über Lukas Verrat zu reden, wusste Marlene allerdings nicht.

Donnerstag, 19. April 2018

[TAG] Sunshine Blogger Award


das Banner zeigt einen Palmenstrand
Sunshine Blogger Award


Ich wurde gleich zweimal für den Sunshine Blogger Award getaggt und freue mich riesig!
Petrissa hat mich getaggt und auch Chiara.

Der Sunshine Blogger Award ist für diejenigen, die kreativ, inspirierend und positiv beim Versprühen ihres Sonnenscheins in der Buchblogger-Community sind.

Danke, dass Ihr bei diesen Worten an mich gedacht habt!

Die Regeln:


Danke dem Blogger, der dich getaggt hat und markiere ihn mit seinem Link.
Beantworte die 11 Fragen, die der Blogger dir gestellt hat.
Nominiere 11 neue Blogger für den Award und stelle 11 Fragen.
Gehe auf die Regeln ein.



Petrissas Fragen - Buchvogels Antworten


1. Das erste Regal rechts neben der Tür, zweite Reihe von oben, drittes Buch von links. Wie heißt das Buch, das da steht? 
Phil Farrand: Cap'n Beckmessers Führer durch Star Trek, Deep Space Nine

2. Du wirst verfolgt, als eine Fee auftaucht und Dir die Möglichkeit gibt, in ein Buch zu hüpfen. Es muss eines der letzten fünf Bücher sein, die Du gelesen hast. Welches wählst Du und warum?
Sehr schwierig. Ich möchte weder aus Syrien flüchten müssen, noch mit meiner Clique das Ziel eines Psychopathen sein, eines der schwierigen Leben einer Rebellin führen, und das Leben im Jahr 1842 klang auch sehr beschwerlich. Deshalb würde ich in das Buch "Star Trek - Deep Space Nine: Sakramente des Feuers" springen. Das wäre auch cool, die neue erbaute Raumstation Deep Space Nine mit seinem großen Atrium würde mich sowieso reizen, einmal zu sehen. Und das Wurmloch könnte mich zum spannenden Gamma-Quadranten bringen.

3. Magic Moments. Welchen magischen Gegenstand hättest Du gerne. (Du darfst Dir auch selber einen ausdenken.)
Ein Gerät, dass die Zeit anhält.

4. Einen Abend mit einem toten Schriftsteller. Wen wählst Du?
Ich hoffe doch, dass der Schriftsteller für den Abend wieder lebendig und ansehnlich ist; auf halb verweste Zombies steh ich so gar nicht. Den legendären Shakespeare einmal treffen, stelle ich mir interessant vor. Oder mit Isabella Nadolny, die ja erst 2004 von uns gegangen ist, am Chiemsee sitzen und einen Kaffee trinken; das würde mir gefallen.

5. Ein Wochenende mit einem Protagonisten. Welcher darf es sein?
Mit Mma Ramotswe ein Wochenende verbringen, das würde mir gefallen! Sie ist so lebensklug, gemütlich, schlau und wäre ein total angenehmer Mensch, in dessen Gegenwart ich mich einfach wohlfühlen würde.

6. Horrorvorstellung Bücherverbrennung. Du stehst auf dem Platz dabei. Welche Bücher würdest Du zu Retten versuchen? Was muss der Welt auf jeden Fall erhalten bleiben?
Andersherum gefragt - welches Buch ist es denn nicht wert, erhalten zu bleiben? Ich bin so eine ganz altmodische Person, Bücher haben einen Wert an sich. Für mich weniger wichtig wären Unterhaltungsliteratur, Bücher mit Verschwörungstheorien oder kruden, rassistischen Thesen oder "Schund". Aber dennoch bin ich der Auffassung, dass irgendjemand selbst aus dem schlechtesten Buch noch einen Nutzen ziehen würde. Dennoch würd ich bei manchen Büchern wohl emotional mehr abgehen als bei anderen.

Die Bücher von Richard Dawkins und Stephen Hawking würden dazugehören, auch Klassiker der Wissenschaft wie "Über die Entstehung der Arten", Werke der Philosophie, der Mathematik und der Musik. Ferner würd ich mich todesmutig für alle Klassiker ins Feuer stürzen und für Harry Potter, genauso wie für meine Lieblingsbücher (Mma Ramotswe, Star Trek) und Biographien.

7. Welches Buch hat Dich nachhaltig bewegt/beeinflusst? 
Das schaffen oft Biographien, weil sie eben wahr sind. Ganz unterschiedliche waren da dabei, Stars wie vom einem schwarzen Tennisspieler, der von seiner Jugend im Township berichtet (den Namen hab ich vergessen), der Gehirnchirurg Dr. Ben Carson, der amerikanische Schauspieler Henry Louis Gates, Mahatma Gandhi, Nichelle Nicols aber auch normale Menschen wie Claude Njiké-Bergeret, als Französin in Kamerun aufgewachsen, oder Peter Hepp, er war von Geburt an gehörlos und erblindete dann, oder auch die Familie, die innerhalb kurzer Zeit 4 Mädchen adoptiert hat. 

8. Gibt es eine Figur, die Du am liebsten ersatzlos aus einem Buch streichen würdest? 
Also, am Anfang vom zweiten Harry-Potter-Band war ich völlig genervt von Dobby. Allerdings, streichen hätte ich ihn nicht wollen, aber seinen Auftritt stark reduzieren.

9. Bei welchem Buch warst Du mit dem Ende völlig unzufrieden? 
Das Ende der Bis(s)-Quadrologie war ein wenig zu harmonisch, aber völlig unzufrieden ist zu stark ausgedrückt.

10. Du bist Leiterin einer neuen Bibliothek. Welche Bücher/Autoren würdest Du zuerst anschaffen? 
Zuallerst mal all die, die mir selber gefallen plus aktuelle und klassische Nachschlagewerke zu einer Vielzahl von Themen. Und dann würd ich mir Rat holen, um die Bibliothek möglichst umfassend auszustatten. Ich würde auf jeden Fall auch eher unbekannten Self-Publishern eine Chance geben und deren Bücher anschaffen. Die ich bisher gelesen habe fand ich alle bibliotheks-würdig!

11. Was würdest Du (manchen) Buchbloggern gerne sagen? 
Gute Rechtschreibung, sprachliche und stilistische Qualität, ein guter Aufbau und eine eigene Meinung, verbunden mit einer gewissen Kurzweil - die Qualitäten, die wir an Bücher schätzen, sollten wir auch auf unseren Blogs anstreben.





Chiaras Fragen - Buchvogels Antworten




1. Wie steht ihr zu Illustrationen in "normalen" Büchern? Würde euch hier und da ein Bild gefallen, oder eher von eurer eigenen Vorstellung ablenken?
Ja, mir gefallen Illustrationen, wenn Sie Dinge klarer machen, die im Text beschrieben sind, z.B. eine besondere Kleidung, eine ausgefallene Architektur; solche Dinge eben. Die Darstellung von Personen gefällt mir oftmals nicht so gut, weil ich Menschen lieber vor meinem geistigen Auge entstehen lasse. Wenn es aber solch eine gibt - dann bitte sehr frühzeitig, damit sich meine Vorstellung daran orientieren kann.

2. Würdet ihr ein Buch nochmal kaufen, nur weil das Cover nun anders gestaltet ist und es unbedingt euer Bücherregal schmücken soll?
Nein, definitiv nein. Die Cover sind eine nette Zugabe, aber Bücher nur kaufen, weil sie so hübsch im Bücherregal sind, dafür hab ich keinen Sinn, kein Geld und keinen Platz.

3. Habt ihr einen Lieblingsillustrator/ eine Lieblingsillustratorin?
Chiara von Mia Louu!

4. Werbung: Fotografie oder Illustration? Was spricht euch eher an?
Dazu hab ich keine Meinung; Werbung ist eh nicht so meins.


5. Zeichnet ihr auch gerne? Oder beschränken sich eure Hobbies eher auf die Kunst-freien Zonen?
Ich kritzel gerne, aber nicht oft. Zeichnen ist das allerdings nicht.


6. Was ist die Motivation zum bloggen für euch? Woran erfreut ihr euch am meisten?
Ich hab eine intrinsische und eine extrinsische Motivation. Intrinsisch sammle ich für mich meine Eindrücke von einem Buch. So bringt mir selber das Lesen noch mehr, dieses Reflektieren danach schätze ich sehr. Extrinsisch freue ich mich aber unglaublich über Resonanz auf einen Beitrag, dieser Austausch mit anderen, das ist eine große Motivation!


7. Seid ihr Zukunftsträumer oder eher Realisten, die für alles einen genauen Plan haben?
Das eine schließt für mich das andere nicht aus. Ich bin sowohl Zukunftsträumer als auch Realist. Allerdings hab ich es aufgegeben, einen Plan zu haben!


8. Ihr wollt ein Buch schreiben: Würdet ihr das alleine tun wollen, oder holt ihr euch ein Team (weitere Autoren, Illustratioren...) dazu?
Da bin ich Einzelkämpferin :). Ein Buch würde ich nur alleine schreiben wollen, ich finde es einen sehr intimen und kreativen Prozess, in dem ich alleine besser bin.

Wenn es fertig ist, hole ich mir dann Unterstützung von Korrekturlesern, Cover-Designern und Illustratoren.


9. Was würdet ihr (neben dem Lesen) als eine weitere Leidenschaft von euch bezeichnen?
Das Unterwegs-Sein in der freien Natur, egal ob auf einer Wanderung, einer Radtour oder beim Pilze sammeln im Wald. Und dort dann meditieren oder fotografieren.


10. Wolltet oder würdet ihr gerne einmal an einen Ort reisen, den ihr nur aus einem Buch kennt? Wer hat es vielleicht sogar schon getan?
Ich war in Ystad, dem Ort, an dem die Wallander-Krimis spielen. Allerdings nicht gezielt, wir haben sowieso gerade Urlaub in der Gegend gemacht und deshalb lag der Abstecher auf der Hand.


11. Ihr findet eine Geldbörse auf dem Gehweg. In ihr sind 1000€. Gebt ihr sie komplett ab, nehmt ihr das Geld heraus und gebt sie dann ab, oder behaltet ihr sie?
Sowas ist mir schon passiert. Waren keine 1.000 Euro, aber ein höherer dreistelliger Geldbetrag. Ich muss zugeben, dass ich schon einen Augenblick lang in Versuchung war. (Ist wohl jeder von uns, der weder Millionär noch Heiliger ist.) Aber dann hab ich die Person ausfindig gemacht (Perso war drin), dort angerufen und die Brieftasche der Person wiedergegeben. Finderlohn gab es, das war sehr anständig, die Person war wirklich erleichtert und glücklich, ihr Geld wiederzuhaben.

 

Hier nun meine elf Fragen

  1. Was ist das erste Buch, an das du dich erinnern kannst?
  2. Was war das letzte Buch, das du gelesen hast?
  3. Regal, Schrank, Zimmer, Speicher - wie und wo bewahrst du deine Bücher auf?
  4. Welche Ausgaben bevorzugst du - eBook, Taschenbuch, Hardcover, gebraucht, neu, ...?
  5. Hast du Erfahrungen mit Bücherschränken gemacht?
  6. Hast du schon mal davon geträumt, ein Buch zu schreiben?
  7. Wenn du ein Buch schreiben würdest, wäre der Held der Geschichte dann männlich oder weiblich?
  8. Wo trifft man dich in deiner Freizeit?
  9. Was für Musik hörst du gerne? Spielst du vielleicht selbst ein Instrument?
  10. Gibt es etwas an deinem Lebensstil, für das du dich bewusst entschieden hast oder vermeidest, aufgrund von ethischen oder moralischen Entscheidungen? (Bsp: du versuchst, Plastik zu vermeiden wegen der Umwelt.) 
  11. Was ist dein Lebensmotto?

 

Ich nominiere diese elf Blogger

  1. Charleens Traumbibliothek
  2. Uwes-Leselounge
  3. Hörnchens Büchernest
  4. Mikka liest
  5. Lydia's Welt
  6. Martins Buchgelaber
  7. Anjas Buchstunden
  8. Reading is like taking a journey
  9. ida's bookshelf
  10. Buchperlenblog
  11. Bücherblog – read books and fall in love ♥

Montag, 16. April 2018

[Rezension] Alltagsperlen: Kurzgeschichten und Gedichte von Antonia Löschner

das Cover zeigt eine Margerite
Auch diese Blume ist eine Alltagsperle

Alltagsperlen von Antonia Löschner
Kurzgeschichten und Gedichte, 122 Seiten
lulu.com, Juni 2017
ISBN: 978-1365999932
Affiliate Link zu Amazon

Woher: Rezensionsexemplar des Autors


Erster Satz


Gedanken kommen,
ordnen sich zu Bildern,
kreieren Worte, Sätze,
Literatur


Zusammenfassung


Antonia Löschner begibt sich in 40 Kurzgeschichten und Gedichten auf eine Reise in den Alltag und zu den eigenen Bedürfnissen. Die Autorin ist als Mediatorin unter dem Namen "Life-Transition Counseling" tätig. Der Schwerpunkt ihrer Beratung liegt auf der Unterstützung bei der (Wieder-)Entdeckung und Nutzung persönlicher Stärken.

Klappentext: Häufig geht es im Alltagstrubel unter: das eigene Ich. Dabei ist es, als Kenner unserer Bedürfnisse und Stärken, der beste persönliche Berater. Die hier versammelten Geschichten und Gedichte laden zur Wiederentdeckung des Ich im Alltag ein. Mit so vielfältigen Themen und Charakteren wie im wahren Leben. Dieses Pocket-Buch eignet sich für kleine Lesepausen zwischendurch: zum Erforschen, Nachdenken, Träumen, Schmunzeln und Entspannen.


Samstag, 14. April 2018

[Rezension] Rebellinnen - Leben als Aufstand, herausgegeben von Michaela Adelberger und Maren Lübbke

das Cover zeigt eine nachdenklich blickende Frau
Rebellinnen - Leben als Aufstand
Rebellinnen - Leben als Aufstand,
herausgegeben von Michaela Adelberger und Maren Lübbke
Anthologie, 233 Seiten
Goldmann Verlag, September 1999
ISBN: 3-442-44333-4
Affiliate Link zu Amazon

Woher: aus dem Bücherschrank Bad Herrenalb

Erster Satz


"Bekannt ist, daß sogenannte geniale Weiber gewöhnlich wie verkleidete Männer aussehen", stellte der berühmte - und im übrigen bedingungslos rassistische und zutiefst frauenverachtende Arzt Dr. Möbius im 19. Jahrhundert fest und traf damit kurioserweise einen Punkt, der uns an der Arbeit an diesem Buch zunehmen zu interessieren begann.


Zusammenfassung


Elf Autorinnen und Autoren schreiben über das Schicksal von elf beeindruckenden Frauen, deren Leben von Rebellion bestimmt wurde, wie Judith, Théroigne de Méricourt, Jeanne d'Arc, Anne Bonny und Mary Read, Phoolan Devi, Tamara Bunke, Ulrike Meinhof, Calamity Jane, Valerie Solanas und Valie Export. Sie zeigen damit Facetten von Weiblichkeit auf, die in der Gesellschaft eher kritisch gesehen werden.

Freitag, 13. April 2018

[#WritingFriday] Von Rennschnecken und schwangeren Gläubigen

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Von Rennschnecken und schwangeren Gläubigen


Damit hatte Lukas nicht gerechnet, als er sah, wie ...


Damit hatte Lukas nicht gerechnet, als er sah, wie seine Rennschnecke Elfi von Nicolas' Superknark überholt wurde. Elfi lag, wie erwartet, die ganze Zeit vorne, doch dann kam Superknark, holte langsam, aber unerbittlich auf und kroch schließlich an Elfi vorbei. Fast schon verwundert neigte Elfi seine Fühler nach links und schien Superknark anzusehen, doch dieser kroch ungerührt weiter, dem Ziel näher kommend.

Was hatte Lukas nicht alles in Elfi investiert. Es war das Ergebnis zahlreicher Züchtungen, die Champions der letzten Saisons hatte Lukas gekreuzt. Doch nicht nur auf die reinen Gewinne kam es ihm dabei an, er achtete auch auf Faktoren wie geradliniege Kriechspur, konstante Schleimerzeugung und einen kompakten Körperbau, der es seinen Rennschnecken ermöglichte, besonders effizient vorwärtszurutschen.

Sonntag, 8. April 2018

[Rezension] Die Macht der Geographie von Tim Marshall

Macht der Geographie auf Landkarten
Sehr aufschlußreiches Sachbuch

Sachbuch, 328 Seiten
dtv, Juni 2017
engl. Original: Prisoners of Geography
Übersetzung: Birgit Brandau
ISBN: 978-3423349178
Affiliate Link zu Amazon

Woher: Aufmerksam geworden durch die Rezension auf Hundertmorgen-wald

Erster Satz


Wladimir Putin bezeichnet sich als religiösen Menschen, als engagiertes Mitglied der Russisch-Orthodoxen Kirche. Es könnte also gut sein, dass er, wenn er abends zu Bett geht, seine. Gebete spricht und Gott fragt: »Warum hast du nicht ein paar Berge in die Ukraine gestellt?«


Zusammenfassung


Alle Regierungen unterliegen den Zwängen der Geographie. Berge und Ebenen, Wasser, Sand und Eis setzen ihrem Entscheidungsspielraum Grenzen.

Ein Sachbuch, dass Geographie und Historik erläutert von Russland, China, USA, Westeuropa, Afrika, Naher Osten, Indien u. Pakistan, Korea u. Japan, Lateinamerika und die Arktis.


Freitag, 6. April 2018

[#WritingFriday] Erster, verstörender, Arbeitstag im Krankenhaus

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Harte Liebe

Du hast gerade deinen ersten Arbeitstag als Assistenzarzt im Krankenhaus. Beschreibe einer Freundin ein besonders verstörendes Erlebnis.


Else, ich bin jetzt auf dem Weg heim. Ja, jetzt erst. Ich bin völlig fertig. Emotional völlig ausgelaugt. Vielleicht schul ich ja um und werde auch Floristin, haha.

Nein, eigentlich ist mir nicht zum Lachen zumut, ich frag mich schon, was ich hier mach.

Also, da war dieses Paar, die standen schon so schlurfig an der Anmeldung. Er mit fleckigem weißem Hemd, fettigen langen Haaren, graue Jogginghose, so ganz klischeehaft. Darüber aber eine hellbraune, teure Lederjacke, goldenes Armband. Sie in einem kurzem roten Rock, hellblaues, nicht passendes Oberteil. Die Nase schief, Blutflecke darauf und ein Pflaster. Eine Mundseite eingefallen, die Zähne fehlen. Sie sah abgehärmt aus und gleichzeitig zickig, sicherlich war sie auch noch gar nicht so alt, wie sie aussah.

Zunächst dachte ich, wir sollten uns um die Nase kümmern. "Ach, das, nein, das is alt", nuschelte sie und das es um das Kind geht. Das Kind steckte beim Mann unter der Lederjacke, ein kleines Ding mit dürren Steckenbeinen. Hätte sich erbrochen, sagten sie und jetzt schliefe es die ganze Zeit.

Schliefe! Du meine Güte. Bewusstlos war es und hat nur ganz flach geatmet. Wir die komplette Palette abgezogen, Beatmung, Diagnostik. Und er erstmal eine rauchen. Sie nur hin und her getigert und irgendwas geredet. Ich hab sie gefragt, ob sie das Kind geschüttelt hat. Nein, das sei plötzlich so gewesen. Sie hätten gar nichts gemacht. Aber das war ein Schütteltrauma, sagt auch mein Chef. Das Kind wird überleben, aber es ist noch nicht klar, was es vielleicht zurückbehält - Epilepsie, Blindheit, geistige Behinderungen. Als wir gesagt haben, dass wir es erstmal hierbehalten müssen, haben die Eltern einfach gesagt "Ach so" und sind dann davongeschlurft.

Ich bin Ärztin geworden, um Leben zu retten, aber mich macht es wütend, wie respektlos manche Menschen mit ihren Kindern umgehen. Und dann muss ich an mein Kind denken, an Bobby, so habe ich es für mich genannt, mein Bobby, für den ich alles getan hätte und es nicht konnte, Bobby, der in meinem Körper starb - und dann sehe ich diese Eltern an und ich bin wütend und traurig zur gleichen Zeit. Ich weiß, wenn ich professionell sein will, ein guter Assistenzarzt, dann muss ich damit wohl irgendwie klarkommen. Aber heute sehe ich nicht, wie...

Nein, das war kein guter Tag und vielleicht sollte ich tatsächlich Floristin -

Lass dich mal umarmen, du Liebe.



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Über den #WritingFriday:  Elizzy von Readbooksandfallinlove hat ihn ins Leben gerufen, um das kreative Schreiben zu fördern. Jeden Monat gibt es verschiedene Themen, aus denen man wählen kann. Eine Geschichte, ein paar Zeilen, ein Gedicht, ausgedacht oder selbst erlebt -  alles ist möglich.

Die Themen für den April:
  • Du hast gerade deinen ersten Arbeitstag als Assistenzarzt im Krankenhaus. Beschreibe einer Freundin ein besonders verstörendes Erlebnis.
  • Bei einem grossen Familienfest erfährst du, dass deine Grosseltern bereits seit vielen Jahren in einer offenen Beziehung leben. Schreib die Szene auf, die sich nach diesem Geständnis ergibt.
  • Verfasse einen Dankesbrief an den Erfinder von Zahnpasta.
  • Eine Frau verwählt sich und landet bei einem fremden Mann. Unerwartet beenden sie das Gespräch aber mit einer Verabredung. Schreibe das Telefonat dazu auf.
  • Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz; „Damit hatte Lukas nicht gerechnet, als er sah wie…“ beginnt.

Mittwoch, 4. April 2018

[Rezension] Die Judenbuche von Anette von Droste-Hülshoff

gelbes Reclam-Heft
Reclamheft von Die Judenbuche

Novelle, 62 Seiten
Reclam, 1984
Erstveröffentlichung im Cotta'schen Morgenblatt für gebildete Leser, 1842
ISBN:3-15-001858-7
Affiliate Link zu Amazon

Woher: Geschenkt bekommen, es war eine alte Schullektüre des Schenkers


Erster Satz

Friedrich Mergel, geboren 1738, war der einzige Sohn eines sogenannten Halbmeiers oder Grundeigentümers geringerer Klasse im Dorfe B., das, so schlecht gebaut und rauchig es sein mag, doch das Auge jedes Reisenden fesselt durch die überaus malerische Schönheit seiner Lage in der grünen Waldschlucht eines bedeutenden und geschichtlich merkwürdigen Gebirges.

Zusammenfassung


Friedrich Mergel wächst in ärmlichen Verhältnissen auf, seit seinem 9. Lebensjahr ist er Halbwaise. Er hilft dem Onkel, verdient sich so Geld. Sein Charakter entwickelt sich eher mäßig. Als der Jude Aaron unter einer Buche erschlagen wird, wird Friedrich verdächtigt; er flüchtet zusammen mit seinem Freund Johannes.


Dienstag, 3. April 2018

[Rezension] Star Trek - Deep Space Nine: Sakramente des Feuers von David R. George III


Roman, 420 Seiten
Cross Cult, September 2017
Genre: Star Trek, Sci-Fi
ISBN:  978-3959812023
hier das Buch bei Amazon


Woher: Star-Trek-Reihe



Erster Satz

Captain Ro Laren stand in dem kleinen, gerade mal vier Transporterflächen umfassenden Transporterraum.

Zusammenfassung


Nur Tage nachdem Nanietta Bacco ermordet wurde, weckt die Ankunft eines bajoranischen Fremden Mißtrauen - zudem er eine Projektilwaffe ähnlich der bei sich hat, mit der Bacco ermordet wurde.

Kira findet sich in der Vergangenheit wieder, an Bord der Even Odds. Ihre Aufgabe, so versteht sie die Propheten, ist es, Iliana Ghemors Angriff auf Bajor zu verhindern oder abzuschwächen. Unterdessen sammelt Ghemor religiöse Fanatiker um sich.


Sonntag, 1. April 2018

[Rückblick] März 2018

... Buchvogel blickt zurück auf den kalten und windigen, sowie schneereichen März: ...

Gelesen


Auch im März haben mich die Bücher wieder unterhalten, inspiriert und in fremde Welten entführt.

Charlotta trifft sich mit ihrer Tochter zum Kaffeetrinken. Sie hatte Vorbehalte gegenüber der Beziehung ihrer Tochter. Dass ihr Partner im Rollstuhl sitzt, ist doch mehr Belastung, denkt sie. Oder? Mir gefiel, ihre Denkmuster und Lernprozesse in diesem Kurzroman hautnah mitzukriegen.

Ein totes Mädchen muss zurück auf die Erde und Briefe zustellen. Sie weiß nicht, wer sie ist und wie sie gestorben ist: Als das Leben mich aufgab von Ney Sceatcher.

Endlich wieder unterwegs, wenn auch in anderen Gefilden als geplant ist die Titan (Star Trek Titan #8 - Aus der Dunkelheit von James Swallow). Ein Thema, das mich bewegt hat ist die Frage, wer zurückbleibt und stirbt, um die anderen zu retten. Ein uraltes Thema, ich weiß, aber hier bewegend umgesetzt.

In Die Schlacht der Bücher von Audrey Harings lernen wir, dass jedes Buch seine Berechtigung hat. Fantasybücher genauso wie Betriebsanleitungen. Da ich ja Technischer Redakteur bin und Handbücher schreibe, fand ich das Buch besonders toll!

Und noch ein Buch von Sonja Bethke-Jehle - Kontaktaufnahme war sehr unterhaltsam, verworben und zeigte, wie Menschen schlimme Schicksale überstehen und überwinden können.

Endlich fertig war ich mit Der Untertan von Heinrich Mann. Ich habe gelernt, dass manche Bücher Begleitbücher benötigen um sie ganz zu durchdringen. Diederich, soviel hab ich dann doch verstanden, ist der Prototyp eines hässlichen Deutschen, der Befehlen folgt, sich unglaublich toll vorkommt und sich ganz einer Sache verschreibt.

Ein schlimmes Schicksal hat auch die Protagonistin in Ich schreib dir morgen wieder von Cecilia Ahern. Auf dem Land, bei ihrer buckligen Verwandtschaft, findet sie sowohl unerwartete Freunde als auch ein Tagebuch, das ihr zeigt, was morgen geschieht.

In dem Roman von Reinhold Ziegler Version 5 Punkt 12 ging es in das Jahr 2000, in ein Jahr, in dem der Computer die Macht übernommen hat. Tubor Both und die Hacker-Oma Christine versuchen, ihn aufzuhalten. Ein dystopischer Sci-Fi-Roman, der mich über den Grad der Digitalisierung kritisch nachdenken ließ.


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